
Über zwei Millionen verkaufte Tonträger, ausverkaufte Konzerte in 37 Ländern und auf Kontinenten wie Amerika, Australien, Asien und Europa sowie ausgedehnte Tourneen mit den Szenegrößen Aerosmith und den Scorpions - und mittlerweile haben sie das neunte Studioalbum im Gepäck - die Bilanz von EDGUY kann sich sehen lassen! Das Besondere daran ist allerdings, dass es sich hier nicht um einen durchgestylten und mit großem, medialen Aufwand gepushten Act handelt, sondern um eine organisch gewachsene Band, die sich 1992 aufmachte, die Welt zu erobern und seit gut zehn Jahren in aller Regelmäßigkeit die Hallen rund um den Erdball füllt. Die 1990er Fast eine Dekade lang spielte man in den kleinsten Kneipen Osthessens, um irgendwann endlich mit einem klapprigen Wohnmobil auch außerhalb Deutschlands auf Tour zu gehen. Dass sich die Beharrlichkeit eines Tages auszahlen würde, stand für die vier Nachwuchsrockstars mit einem Höchstmaß an jugendlicher Naivität natürlich außer Frage. Und tatsächlich sind EDGUY inzwischen die international erfolgreichste Heavy Metal Band, die in Deutschland seit Beginn der neunziger Jahre gegründet wurde. Es mag in der heutigen Schnelllebigkeit des Musikgeschäfts kaum vorstellbar sein, aber drei der vier Schulkollegen, die im Alter von 14 Jahren die Band ins Leben riefen, reisen auch heute noch, fast zwanzig Jahre später, gemeinsam um die Welt: Neben Sänger Tobias Sammet sind das die beiden Gitarristen Jens Ludwig und Dirk Sauer. Im Jahr 1997 wurde mit Schlagzeuger Felix Bohnke und Tieftöner Tobias „Eggi“ Exxel die jetzige Besetzung komplettiert Am Anfang dieser imposanten Karriere glaubten Außenstehende überhaupt nicht an die Band, und so erntete das 1995 in Eigenregie veröffentlichte Debütalbum „Savage Poetry“ der damals noch vierköpfigen Formation vor allem eines: Spott! Mit handgemachtem Hard Rock war Mitte der Neunziger bei Plattenfirmen kein Blumentopf zu gewinnen, und auch die Presse belächelte die „Heavy Metal Boygroup“ wegen ihres jungen Alters, welches nicht so recht zu ihrem wenig zeitgemäßen Sound passen wollte. Dennoch ließ sich ein kleines Indie-Label nicht davon abhalten, EDGUY unter Vertrag zu nehmen. Anfang 1997 wurde das Zweitwerk „Kingdom Of Madness“ in die Plattenläden gestellt, wo die Exemplare so lange stehen blieben, bis die Vertriebsmitarbeiter sie wenige Wochen später wieder abholten, um sie schlussendlich Palettenweise einstampfen zu lassen. Kaum jemand interessierte sich für die Band, die von der Presse weitgehend ignoriert wurde. Noch im gleichen Jahr nahm die mehr als schleppend anlaufende Karriere der jungen Band eine entscheidende Wende, als man alles in die Waagschale warf und ohne jegliche Unterstützung der eigenen Plattenfirma einen Kredit aufnahm, um endlich eine vernünftige Albumproduktion abliefern zu können. Dabei hing das ganze Unternehmen plötzlich am seidenen Faden: Alle Studios waren bereits gebucht und bezahlt worden, trotzdem entschloss sich der bis dato etatmäßige Schlagzeuger zu Beginn der Aufnahmen, die Band mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Nach einer chaotischen Schlagzeugersuche gelang es mit einem temporärem Last-Minute-Ersatz im Sommer 1997 dennoch, das dritte Werk „Vain Glory Opera“ einzuspielen. Das in Deutschland und Finnland produzierte Album kam Anfang 1998 in die Plattenläden und konnte nicht zuletzt aufgrund hervorragender Kritiken bereits innerhalb weniger Wochen über 50.000 Einheiten in Europa und Asien absetzen. Kurz nach Beendigung der Aufnahmen zu einem Quintett angewachsen, tourten EDGUY im Frühjahr mit einem Wohnmobil erstmals durch ganz Europa und begeisterten ihre allmählich wachsende Fangemeinde auf Konzerten von Schweden bis Griechenland. Von der Tour heimgekehrt, ging die Band sofort wieder ins Studio, um die Arbeit am nächsten Album „Theater Of Salvation“ aufzunehmen. Die Platte bescherte EDGUY kurz nach ihrer Veröffentlichung Anfang 1999 erste Charterfolge in Deutschland und Skandinavien, bekam man doch endlich auch die Unterstützung der eigenen Plattenfirma zu spüren. Im Anschluss an den Release tourten EDGUY im Vorprogramm verschiedener Bands knapp zehn Wochen lang durch Europa. Die 2000er Nachdem man sich im Jahr 2000 im Wesentlichen auf die Neuaufnahme des Debütalbums beschränkt hatte sowie einige Shows im Vorprogramm der britischen Metal-Legende Iron Maiden spielte, war im September 2001 der nächste richtungsweisende Punkt gekommen: Das fünfte Studioalbum „Mandrake“ wurde veröffentlicht, knackte in den deutschen Mediacontrolcharts erstmals die Top 20 und etablierte EDGUY endgültig auch außerhalb Europas und Japans als eine der wichtigsten, jungen Bands einer wiedererstarkten Rockszene. Das Album setzte sich in vielen Ländern in den oberen Rängen der Verkaufscharts fest. Folgerichtig begeisterten EDGUY im Rahmen der anschließenden Welttournee zehntausende Fans in Japan, Südamerika, Mexiko, Australien, Kanada, den USA, Russland und fast allen westeuropäischen Ländern. EDGUY waren jetzt endlich mehr als nur eine Randnotiz auf der Heavy-Metal-Weltkarte. Während des europäischen Teils der „Mandrake-Tour“ wurde das Livealbum „Burning Down The Opera - Live“ mitgeschnitten, dessen Veröffentlichung im Jahr 2003 die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma AFM-Records beendete. EDGUY unterzeichneten noch im selben Jahr einen Vertrag beim Branchenprimus Nuclear Blast/ Warner, der 2004 das neue Studioalbum „Hellfire Club“ veröffentlichte. Das bis dato härteste Album der Bandgeschichte verkaufte sich sensationell gut, enthielt mit „King Of Fools“ den ersten Top 40-Singlehit der Bandgeschichte und sorgte erneut für ausverkaufte Konzerten und Shows im Abendprogramm bei diversen Festivals wie z.B. Rock am Ring und Rock im Park. Obwohl es die Band oft mit ihrer Beharrlichkeit angedeutet hatte, konnte niemand wirklich damit rechnen, dass sich Deutschlands neues Heavy-Metal-Aushängeschild so nachhaltig an der internationalen Spitze festbeißen würde. EDGUY untermauerten in den kommenden Jahren diesen Status unzählige Male: Egal ob mit dem frechen „Rocket Ride“ (2006), dem rockigen „Tinnitus Sanctus“ (2008) oder der in Brasilien aufgezeichneten Live-DVD mit dem grandiosen Titel „Fucking With Fire“ (2009) - jedem dieser Chartbreaker folgten ausgedehnte Konzertreisen um die Welt, in deren Rahmen man fast jährlich auch mehrere Wochen von New York bis Los Angeles quer durch die Vereinigten Staaten tourte. So schien es beinahe konsequent, dass die Bluesrocker Aerosmith im Jahr 2007 auf ihrer ersten Europatour nach über zehn Jahren EDGUY als Special Guest einluden. Und spätestens jetzt mussten auch die letzten Kritiker einsehen, welchen Stellenwert EDGUY und ihr Frontmann Tobias Sammet vor allem in der internationalen Rock- und Heavy Metal-Szene haben: Illustre Gäste wie Schockrocker Alice Cooper, Klaus Meine und weitere namhafte Musiker von Bands wie den Scorpions, Kiss oder Judas Priest ließen es sich daher nicht nehmen, bei den „Avantasia“-Alben des Songwriters und Sängers als Gastmusiker dabei zu sein. 2010 folgten weitere Liveaktivitäten: EDGUY spielten eine Tour durch England und Schottland, supporteten die Scorpions als deren hessische „Thronfolger“ auf persönlichen Wunsch bei ihrer Abschiedstour in Deutschland und konzentrierten sich darüberhinaus auf ausgewählte Einzelshows, u.a. im Vorprogramm von Iron Maiden in Spanien oder mit Ozzy Osbourne in Japan. Legendär verlief der Auftritt beim Bloodstock-Festival in Birmingham, als Frontmann Tobias wenige Tage nach dem Ausscheiden der englischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM gegen die deutsche Elf Presse und Fans gleichermaßen mit der mutigen Ansage verblüffte: „Wir haben vielleicht den Krieg verloren, aber dafür stehen wir im Viertelfinale!“ Die Reaktionen im britischen Blätterwald waren grandios: „Wenn ein Deutscher sich so etwas auf einer Bühne in England traut und ihm daraufhin zehntausend Menschen zujubeln, dann macht er ganz, ganz sicher alles richtig!“ Es muss diese Mischung aus grenzwertigem Humor, ansteckender Spielfreude und energiegeladenen Songs sein, die den Nährboden für den stetig wachsenden Erfolg liefert. Deshalb wird jeder EDGUY-Fan auch ohne zu zögern bestätigen, dass die große Einzigartigkeit dieser Band in ihrer einmaligen Mischung aus erhabenem Bombast und augenzwinkerndem Humor liegt und gerade bei den Live-Konzerten besonders zur Geltung kommt. Heute Genau diese Attribute hat man nun perfekt und kompromisslos auf dem aktuellen Album „Age Of The Joker“ (Veröffentlichung am 26. August 2011) vereint: „Wir haben einfach komponiert, arrangiert und das Zeug aus dem Bauch heraus eingespielt, ohne zu analytisch an die Sache heranzugehen“, erklärt Sänger Tobias. „Es bringt nichts, vorher drüber nachzudenken, ob es zu soft oder zu hart, zu langsam oder zu schnell ist. Wir haben keine Marktforschung betrieben, um herauszufinden, was wir tun oder lassen müssen. Im Radio läuft das doch eh nicht. Und trotzdem werden es unsere Fans gut finden, da bin ich sicher. Das ist eine sehr luxuriöse Situation! Wir machen einfach nur Musik! Fertig! Aus!“















